Mein Welpe beißt und zwickt – warum macht er das?
Wer einen Welpen zu Hause hat, kennt es wahrscheinlich: Beim Spielen beißt oder zwickt der Welpe plötzlich in Hände, Arme oder Hosenbeine. Was zunächst niedlich wirkt, kann ziemlich unangenehm werden. Trotzdem ist dieses Verhalten zunächst einmal völlig normal – und für die Entwicklung des Welpen wichtig.
Warum beißt mein Welpe in Hände und Kleidung?
Junge Welpen verbringen einen großen Teil des Tages mit Schlafen. In ihren Wachphasen wird gefressen, die Umgebung erkundet und vor allem gespielt.
Beobachtet man einen Wurf, sieht man schnell, dass dabei auch die Zähne eine große Rolle spielen. Die Welpen balgen miteinander, zwicken sich und sammeln Erfahrungen damit, wie kräftig sie ihr Maul einsetzen können.
Wird es einem Geschwister zu viel, folgt normalerweise unmittelbar eine Reaktion: Es quietscht, wehrt sich oder beendet das Spiel. Auf diese Weise macht der Welpe eine wichtige Erfahrung: Es gibt einen Unterschied zwischen spielerischem Einsatz der Zähne und einem Biss, der zu fest ist.
Diese Fähigkeit bezeichnet man als Beißhemmung.
Menschen sind keine Wurfgeschwister
Nach dem Einzug in sein neues Zuhause muss der Welpe diese Erfahrung auf den Menschen übertragen. Dabei weiß er zunächst nicht, dass menschliche Haut wesentlich empfindlicher ist als das Fell eines anderen Hundes – oder dass seine Zähne durch eine Jeans kaum zu spüren sind, an einer nackten Hand aber sehr wohl.
Deshalb halten wir wenig davon, einem Welpen das spielerische Benutzen seines Mauls grundsätzlich zu verbieten. Vielmehr muss er lernen, wann und mit welcher Intensität der Einsatz seiner Zähne angemessen ist.
Verwarnung – gelbe Karte – Platzverweis
Der Welpe braucht eine verständliche Rückmeldung, wenn das Spiel zu grob wird. Wird es trotzdem immer wilder, verändert sich unsere Reaktion – und irgendwann ist das gemeinsame Spiel eben vorbei.
Wie diese Abstufungen aussehen sollten, hängt allerdings stark vom jeweiligen Welpen ab. Ein sensibler Welpe reagiert möglicherweise bereits auf eine kleine Veränderung unserer Körpersprache. Ein temperamentvoller Welpe kann durch ein lautes „Autsch“ dagegen erst richtig aufgedreht werden.
Genau deshalb gibt es bei der Beißhemmung nicht die eine Methode, die bei jedem Welpen gleichermaßen funktioniert.
Wenn aus Welpenspiel Dauerbeißen wird
Wenn der Welpe ständig zwickt oder sehr fest beißt, bedeutet das nicht automatisch, dass mit dem Welpen etwas nicht stimmt. Manchmal steckt schlicht Übermüdung oder Überforderung dahinter. Gerade junge Hunde benötigen sehr viel Schlaf und ausreichend Ruhephasen.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie man auf das Beißen reagiert, sondern auch, warum der Welpe in diesem Moment so aufgedreht ist.
Beißhemmung entsteht nicht durch eine pauschale Standardlösung. Der Welpe braucht verständliche Rückmeldungen, die zu seinem Temperament, seinem Erregungsniveau und zur jeweiligen Situation passen.
Wann lohnt es sich, genauer hinzuschauen?
Wenn Ihr Welpe häufig sehr fest zubeißt, sich kaum beruhigt oder das Spiel regelmäßig eskaliert, lohnt sich ein genauer Blick auf Auslöser und Tagesablauf.
Beißhemmung gemeinsam angehen
Bei KYNOS in Holzkirchen schauen wir uns an, wann Ihr Welpe zwickt und was er in diesen Situationen braucht. Gemeinsam finden wir einen Weg, der zu Ihnen und Ihrem Welpen passt.
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